Die Out Of Line Festival Tour 2008...

Es hat mittlerweile schon Tradition, dass wir zum nahenden Jahresende eine erlesene Auswahl unserer besten Bands auf Tour schicken. Auf das Line-Up der diesjährigen Tour waren wir ganz besonders stolz, hatte es mit Auto-Auto, Amduscia, Ashbury Heights und Agonoize nicht nur eine enorme stilistische Bandbreite hochklassiger elektronischer Musik – von melodiös bis brachial - zu bieten, sondern mit Die Form einen absoluten Kult-Act als Headliner, der bereits seit drei Dekaden auf höchst eindrucksvolle Weise Musik, visuelle Kunst und Performance zu einem Gesamtkunstwerk verbindet. Von bedingungsloser Party bis hin zu der anspruchsvollen Kombination aus Kunst und Club-Kultur war also alles vertreten, was die Electro-Szene zur wohl spannendsten Musikkultur auf diesem Planeten macht..


(Auto Auto- Photo by www.Art-in-Black.com)

Das junge schwedische Duo Auto-Auto eröffnete die Shows mit jeder Menge Schwung und einer ganz und gar eigenständigen Mischung aus Club-Sounds, Electro-Pop und dem Mut zum augenzwinkernden Experiment. Mit eingängigen Hymnen wie „Do You Need Some Space?“ oder „Shadowlands“ meisterten sie die meistens recht undankbare Rolle des Openers mit Bravour und schafften es erstaunlich schnell, die jeweiligen Auftrittsorte zum Mitgehen zu bewegen. Eine sympathische Bühnenpräsenz, viel Humor und satte Beats taten ein Übriges, um die Saaltemperatur ziemlich schnell ansteigen zu lassen.



(Amduscia - Photo by www.Art-in-Black.com)

Danach gab es ein ziemliches Kontrastprogramm aus Mexiko: Amduscia verzichteten auf ellenlange Intros und ähnliche Sperenzchen, sondern gingen gleich in die Vollen mit abgrundtiefen Bässen, viel Trance und Beats, Beats, Beats! Das verrückte Trio mit Front-Cyborg Polo bot eine aggressive und schweißtreibende Show und sorgte für ordentlich Bewegung in der zahlenmäßig gut vertretenen Hardfloor-Fraktion. Das Set verging wie im Flug und ließ ein gut angeheiztes Publikum zurück.


(Ashbury Heights - Photo by www.Art-in-Black.com)

Ashbury Heights hatten nach zwei qualitativ so hochwertigen Vorgängern dann ein leichtes Spiel, die Stimmung am Kochen zu halten. Im letzten Jahr noch als Top-Newcomer gehandelt, waren die jungen Schweden in diesem Jahr auf vielfachen Wunsch wieder mit dabei und trafen auf ein dementsprechend begeistertes Publikum. Anders und Yaz zeigten mit großer Pose, viel Publikumsinteraktion und eingängigen Hit-Songs, wie man einen Club von der ersten Sekunde an in seinen Bann zieht. Mit sichtlich guter Laune spielten sich die beiden und ihr Keyboarder-Neuzugang durch ein kurzweiliges Set der besten Stücke aus ihrem neuen Mini-Album „Morningstar In A Black Car“ und dem Debüt-Album „Three Cheers For The Newlydeads“. Die Konzerte waren ganz großes Kino!


(Agonoize- Photo by www.Art-in-Black.com)

Kurz darauf folgte eine Gruppe, auf die sich ein Großteil des Publikums ganz besonders gefreut hatte, und die für ihre wilden, Blut-triefenden und nicht immer ganz jugendfreien Bühnenshows berühmt und berüchtigt ist: Agonoize! Mit psychopathischer Hannibal-Lecter-Pose samt optisch wirkungsvollem Maulkorb warf sich Sänger Chris L. in den ersten Song, während Mike und Olli mit süffisantem Grinsen ihre Keyboards traktierten und im Saal gab es, erwartungsgemäß, kein Halten mehr. Auch ihrem Hang zur extrovertierten Performance machten die bösen Buben aus Berlin alle Ehre, und so schnitt sich Chris gleich im zweiten Stück nicht nur in seine Seele, sondern auch mit einem großen Messer die virtuelle Pulsader auf, woraufhin das Kunstblut Fontänen-weise ins Publikum schoss. Das Set war eine gute Mischung aus alt und neu und wurde um eine brachiale Coverversion des Beastie-Boys-Klassikers „Fight For Your Right“ ergänzt, bei der die drei Berliner wieder einmal ihren verschmitzten Sinn für Humor bewiesen. Auch die Über-Hits „Schaufensterpuppenarsch“ und „Koprolalie“ durften natürlich nicht fehlen, wobei Chris bei Letzterem mit sichtlichem Spaß großzügige Dosen Kunstejakulat im Publikum verteilte. Das Publikum belohnte die Band mit tosendem Applaus und feierte eine bedingungslose Party..


(Die Form- Photo by www.Art-in-Black.com)

Die etwas längere Umbaupause, bei der unter anderem ein Bauzaun vor die gesamte Länge der Bühne gezogen wurde, gab dem Publikum Zeit für eine dringend nötige Erholung und ließ schon Besonderes erwarten. Mit minimalistischem Licht, einer kunstvollen Videoshow und einem beeindruckenden Ausdruckstanz eröffnete das französische Ausnahme-Projekt die Form sein Konzert und zog das Publikum sogleich in seinen Bann. Zu den charakteristischen Rhythmen des Club-Klassikers „Bite Of God“ enterte Éliane P. die Bühne, ganz in rotes Licht getaucht, und sorgte mit ihrem charakteristischen, glockenklaren Gesang, der live noch um einiges intensiver wirkte, für Gänsehaut-Momente, während Philippe Fichot, sein Gesicht hinter einer Maske versteckt, an seinen vielschichtigen Soundkonstrukten schraubte. Die Form verbanden dabei auf höchst eindrucksvolle Weise Club-Sounds und experimentelle Klänge mit einer stimmigen multimedialen Fetisch-Tanzperformance zu einem Gesamtkunstwerk, das weit über ein gewöhnliches Konzerterlebnis hinausging und das Publikum zwischen gebanntem Zuhören und enthemmter Tanzstimmung hin und her riss. Das Konzert lieferte den krönenden Abschluss zu einem gelungenen Abend … und entließ die Leute mit dem Gefühl, einem ganz besonderen Ereignis beigewohnt zu haben, zurück in die Nacht.

Wir bedanken uns bei allen Bands, den Veranstaltern, den Clubs und vor allem auch dem tollen Publikum für eine gelungene Tour und ein paar wirklich beeindruckende Abende. Den zufriedenen Gesichtern nach zu urteilen hat es Euch genauso viel Spaß gemacht wie uns… wir sehen uns im nächsten Jahr!




(Danke an www.Art-in-Black.com für die Bereitstellung der Fotos!)